Generation „austauschbar“

Wir verbringen durchschnittlich ein Drittel unseres Tages an unseren Smartphones. Neben E-Mails checken, spielen, recherchieren, telefonieren, shopping, chatten und Videos ansehen, wechseln wir von einer App zur anderen. In Dating-Apps hüpfen wir von einem Profil zum anderen. Wir glauben Menschen zu kennen oder beurteilen zu können, aufgrund ihrer Profile und den Informationen, die sie preisgeben.
Wir „swipen“ nach links, wir „swipen“ nach rechts. Wenn die eine Person „nicht passt“, „nicht gut genug“ aussieht oder „zu anstrengend“, „anspruchsvoll“ ist, löschen oder blockieren wir diese und lernen andere Menschen kennen. Alles ist „so einfach“.

Die Welt ist miteinander vernetzt. Dies hat positive und negative Auswirkungen. Während du früher potenzielle Partner*innen nur in deinem Umkreis, in deinem individuellen Alltag oder deiner Umgebung kennenlernen konntest, hast du nun die weltweite „Auswahl“. Dies macht es vielleicht einfacher den*die Traumpartner*in zu finden, jedoch schwerer diesen Menschen auch wirklich zu erkennen.

Die heutigen Entwicklungen zeigen gut, weshalb die Selbstdarstellung und -inszenierung für viele so wichtig geworden ist, das Gefühl nicht „besonders“ oder „gut genug“ zu sein und daher viel Selbstzweifel herrscht. Wir leben in einer Gesellschaft, in der alles schnell geht und alle schnell „austauschbar“ geworden sind. Schnelles oberflächliches Kennenlernen, schnelle Dates, schnelles Interesse und umso schnelleres Desinteresse.

Wir sollten über diese Entwicklungen nachdenken, auch unsere eigene Einstellung und unsere Handlungen überdenken.

Ist jedes Individuum wirklich austauschbar? Sind wir austauschbar? Projizieren wir unsere individuellen Ängste und Schwächen auf Menschen gegenüber? Nehmen wir uns noch genug Zeit, Menschen wirklich kennenzulernen?

RANA G.


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